Gebäudefertigstellung innerhalb einer Woche

Wie soll das gehen? Durch den konsequenten Serienbau natürlich. Das kalifornische Startup Mighty Buildings behauptet, ein Haus innerhalb einer Woche fertigstellen zu können. 3D-Druck und industrielle Vorfertigung sollen dies ermöglichen. Hierzu muss man wissen, daß die Baustandards in USA um einiges niedriger sind als hierzulande; trotzdem lohnt es sich, die Entwicklung zu beobachten. Hier ein Artikel zum Thema.

Luxusvilla im Modularbau

Auch in Deutschland wird schon seit Jahrzehnten modular & seriell vorgefertigt gebaut. Die offensichtlichen Vorteile sind Kostenreduktion durch die vorgefertigte Holzverbundkonstruktion, Geschwindigkeit und Planbarkeit der Umsetzung, Nachhaltigkeit, und das Minimieren von “Überraschungen” auf der Baustelle. Weberhaus hat über 60 Jahre Erfahrung im Fertighausbau, und wer sagt eigentlich, daß man auf diese Weise nicht auch eine Luxusvilla bauen kann? Natürlich geht das, und zwar sehr gut und hochwertig. Hier eine Haustour durch eine gelungene Luxus-Fertigbauvilla, die von Weberhaus gemeinsam mit dem Architekten Nick Blunt umgesetzt wurde. Die Tour wird präsentiert vom übrigens sehr empfehlenswerten HausbauHelden-YouTubekanal

UK Construction Playbook

Brexit hin oder her, aber behaupte noch einer, Her Majesty’s Government unternähme nicht erhebliche Anstrengungen, um die Bauindustrie zu modernisieren. Die Fragmentierung, die Produktivitätslücke, und schlicht die enorme Vielseitigkeit und Kleinteiligkeit der Bauindustrie erfordert den Gesetzgeber, um das Bauen zu harmonisieren und zu modernisieren. BIM, Dekarbonisierung, Serielles Bauen, Beschaffung, Finanzierung – all diese Punkte bedürfen der strategischen Steuerung. Hier legt das Construction Playbook, die Vorschläge der Regierung dar; als größte Bauherrin des Landes könnte eine Veränderung tatsächlich angestoßen werden. Behörden und Auftragnehmer sind angehalten zu ‘‘comply or explain’ (sinngemäß ‘halte dich dran, oder erkläre dich’), was nebenbei den schönen Britischen Pragmatismus aufzeigt: hast du einen besseren Vorschlag? Wir sind ganz Ohr.

Werden sich andere Länder davon inspierieren lassen? Wünschenswert wäre zumindest eine Diskussion darüber.

The B1M hat dazu einen kurzen Film mit einer ersten Einschätzung erstellt.

Automatisierung in der Bauindustrie: it’s complicated.

Wie kommt es, dass seit 1990 die Produktivität in der Produktion um 240 % gestiegen ist, in der Bauindustrie seitdem dagegen um 28 % gefallen ist?

Sich wiederholende Prozesse sollten wenn möglich automatisiert werden. Soweit die Annahme. Doch welche Prozesse automatisiert man in der Bauindustrie? Wenn man das Nägeleinschlagen nähme, wäre nicht viel gewonnen.

„Jedes Bauprojekt ist ein Prototyp“, eine hohe Variabilität der Dimensionen geht mit wenig Kontrolle über ebendiese Dimensionen einher. In einer Fabrik, in der Produkte massenhaft hergestellt werden, ist das anders. Das macht die Aufgabe sehr kompliziert.

Patric Hellermann geht in seinem Artikel auf diese Fragen detailliert ein, und zeigt Lösungsvorschläge, um das serielle Bauen tatsächlich stärker zu automatisieren.

LiDAR im iPhone

Der LiDAR-Scanner im iPhone 12 Pro Max hat das Potenzial, die Baustellenerfassung erheblich zu digitalisieren. Eigentlich ein Nebenprodukt des Smartphones, könnte die Nutzung des LiDAR-Scanners einige heute noch analoge Aspekte des Bauens digitaler und damit effizienter zu machen. Das iPhone ersetzt natürlich keinen vollwertigen 3D-Scanner – dafür hat (potentiell) jeder eines dabei. ‘Reality Capture’ heißt das Stichwort Hier gibt’s mehr zum Thema.

Wer bzw. welche App macht sich das als Erste zunutze?

US Contech Startups

Trotz (oder: gerade wegen) Corona können sich Constructiontech Startups in den USA nicht beklagen: es ist viel Geld in Bau-Startups geflossen. Es geht um bald 1,3 Milliarden US$, was einem Anstieg von 56% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Einige der im Artikel von Construction Dive erwähnten Startups:

Percepto Drone in a Box

Alice Technologies

Serienbauer Falkbuilt

Baujobs-App Core

Baujobs-Plattform Tradehounds

Auch Factory_OS, die Gebäude in Serie in einer Fabrik herstellen, konnte weitere US$55 Mio. einsammeln. Neben Katerra gehören Factory_OS zu den spannenderen, üppig finanzierten Bau-Startups.

Digitale Bauwoche

Die Digitale Bauwoche findet vom 14.12. bis 18.12. online statt. 67 Startups aus dem Bereich ConstructionTech präsentieren sich vor in 7-minütigen Video-Pitches, und wer neugierig ist und sich nicht ein (momentan zumindest) gratis-Ticket reserviert, verpasst was. Schwerpunktthemen sind BIM, Prozess, Support, Smart und Energie. Nach der Präsentation kann man als Zuschauer Kontakt zu den Startups aufnehmen, Fragen stellen, usw. Es tut sich was in der Bauindustrie!

Hier der Link zum Ticket. VIP-Ticket bedeutet, daß ihr die Pitches auch zeitversetzt ansehen könnt, was ziemlich sinnvoll ist. Während der Live-Pitches ist dafür Interaktion mit den Startups möglich – Fragen stellen z.B.

Architekten & UnReal Engine? Aber ja, bitte.

Architekten verwenden zunehmend CAD-Tools in Verbindung mit dem aus Videospielen bekannten Unreal Engine. Echtzeit-Rendering eröffnet hier aufregende neue Möglichkeiten. Überzeugende VR-Erlebnisse und digitale Zwillinge, die aus z.B. Revit und ARCHICAD live gerendert werden, erlauben ein ganz neues Erleben von Architektur, bevor sie umgesetzt wird. BIM wird wie im Spiel erlebbar.

Hier ein (zwar von Epic gesponserter, aber informativer) Artikel, dazu eines von zahlreichen Videos zum Thema auf YouTube:

CO2-Analyse durch KI

Ein Universitäts- und Industriekonsortium entwickelt eine KI, um den CO2-Ausstoss von Bauprojekten noch in der Planungsphase zu bestimmen. Maßgebliche Datengrundlage sind hierbei BIM-Entwürfe, Material-Kohlenstoffdaten und die Erfahrungen aus vergangenen Projekten. Diese werden in die KI gefüttert, um den gesamten Ausstoss an CO2 zu bestimmen – eine Frage, die an Bedeutung immer mehr an Bedeutung gewinnen dürfte. Artikel klick.

Juno: Hausbau neu gedacht

Stellen sie sich eine gut geschmierte Supply Chain in der Technologiebranche vor.

Jetzt stellen sie sich diese Supply Chain vor, aber für Gebäude. Das nämlich macht Juno, ein Startup aus San Francisco. Die Gründer haben die überkommenen Dehbücher für Bauen und Wohnenl über Bord geworfen, und noch einmal ganz neu angefangen. Design Thinking Prinzipien werden angewendet, um eine End-to-End-Plattform zur Rationalisierung des gesamten Immobilienentwicklungsprozesses zu schaffen. Serielles, modulares Fertigen und folglich nachhaltiges Bauen, um die Kunden von heute zu bedienen.

Hier schreibt einer der Gründer, BJ Siegel, auf Medium über sein Juno.

Bauen im Jahr 2030

Die (gerade prämierten) Bauindustrie-YouTuber The B1M wagen einen Blick voraus auf das Bauen im Jahr 2030.

Nachhaltiges Bauen, Recycling von Baustoffen, papierlose Baustelle, mehr Technologie & Robotik eim Einsatz, Automatisierung, Modulares Bauen – alles Themen, die schon heute aktuell, aber zum Teil erst im Entstehen sind.